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Denkmalreise 2017: Staatssekretärin Katrin Schütz war zu Besuch in Güglingen

Denkmalreise 2017: Staatssekretärin Katrin Schütz war zu Besuch in Güglingen

Denkmalreise Staatssekretärin Katrin Schütz

Jedes Jahr im September findet im Vorfeld des Tags des Offenen Denkmals die Denkmalreise des Staatssekretärs bzw. der Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium statt, die durch alle vier Regierungsbezirke des Landes führt. Sie bringt die Wertschätzung der Landesregierung für das Kulturerbe des Landes und für die wertvolle Arbeit der Denkmalpflege zum Ausdruck.

 

So waren auch in diesem Jahr verschiedene herausragende und für die Landesdenkmalpflege bedeutende Objekte die Ziele der Reise von Staatsekretärin Katrin Schütz.

 

Die Denkmalreise 2017 begann am 5. September mit dem Regierungsbezirk Stuttgart. Die erste Station und somit den Auftakt der Reise bildete ein Besuch des Römermuseums und der Archäologischen Freilichtanlage in Güglingen, in dessen Mittelpunkt die beiden Mithrasheiligtümer standen.

 

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Denkmalreise Staatssekretärin Katrin Schütz

V.l.n.r.: Prof. Dr. Claus Wolf (Präsident des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart), Markus Xander (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Güglingen), Wolfgang Reimer (Regierungspräsident des Regierungsbezirks Stuttgart), Katrin Schütz (Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg) und Markus Ege.

 


 

In Güglingen im Zentrum des Zabergäus fanden umfangreiche Rettungsgrabungen von 1999 - 2006 statt, die infolge der Ausweisung eines Gewerbegebietes notwendig geworden waren. Sie brachten zahlreiche Details ans Licht, sodass das römische Güglingen heute zu den am vollständigsten bekannten römischen Ansiedlungen Südwestdeutschlands zählt.

Der Grabungsplan zeigt in beispielhafter Klarheit die Konzeption einer ländlichen Siedlung, die wirtschaftlicher, sozialer und religiöser Mittelpunkt für die Umgebung war. Die Besonderheit liegt bei dieser Grabungsstätte auch darin, dass durch den Umfang der Grabung von der römischen Siedlung ein sehr hoher Prozentsatz der Fläche vollständig ergraben werden konnte.

 

Die Entdeckung zweier Tempel für den römisch-orientalischen Gott Mithras zählt zu denbesonderen Höhepunkten archäologischer Denkmalpflege: Eines dieser Mithräen ist abgebrannt, die eingestürzte Ruine hat in seltener Vollständigkeit die Tempelausstattung bewahrt – Weihinschriften, steinerne Götterbilder und das Kultgeschirr für die rituellen Handlungen und Mahlzeiten. Auch Kultdepots mit besonderen Weihegaben, z.B. Öllämpchen, Gefäßen oder einem Tierschädel, sind bekannt. Selbst die Deckenmalerei konnte rekonstruiert werden.

In seiner Anschaulichkeit wie auch durch die vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die durch die detaillierte Ausgrabung vor Ort gewonnen werden konnten, stellt dieses Güglinger Mithräum einen besonderen Glücksfall für die Denkmalpflege dar.

Der Platz eines dieser Mithräen wird in einer inszenierten archäologischen Freilichtanlage gezeigt, während das Ensemble im Römermuseum ausgestellt ist.

Panoramawand "Fenster in die Vergangenheit: Das römische Siedlungspanorama"

Panoramawand "Fenster in die Vergangenheit : Das römische Siedlungspanorama"

Panoramawand Siedlungspanorama

 

Die Archäologische Freilichtanlage am originalen Ausgrabungsort des römischen Vicus wurde im Jahr 2008 entwickelt und am Tag des Offenen Denkmals 2009 eingeweiht.

 

Bereits damals war es ein Teil der Konzeption, an der Rückseite des städtischen Bauhofs ein großes Siedlungspanorama anzubringen, das als „Fenster in die Vergangenheit“ auf lebendige und anschauliche Weise den Blick in den Vicus vor 1800 Jahren zeigt.

 

Panoramawand Siedlungspanorama

 

Im Mai 2017 schließlich konnte die Wand feierlich eingeweiht werden, nachdem zahlreiche Konzept- und Detailstudien, Vorstufen und eine erfolgreiche Sponsorensuche absolviert waren.  

Die Aquarelle, die Grundlage des Siedlungspanoramas sind, stammen vom Stuttgarter Künstler Markus Ege, der auch für sämtliche künstlerische Rekonstruktionen im Römermuseum verantwortlich zeichnet.

 

Die 56,5 Meter lange und rund 5 Meter hohe Panoramawand bietet nun eine didaktische Verknüpfung des begehbaren Teils der Freilichtanlage und jener ausgegrabener Flächen im Bereich des heutigen Bauhofs, in denen der Hauptteil der bislang wissenschaftlich untersuchten Siedlung lag.

 

Panoramawand Siedlungspanorama

 

Güglingen in einem Jahr vor rund 1800 Jahren: Es ist zur fünften Stunde am 9. Tag vor den Kalenden des Oktober – der 23. September, Tag der Herbst-Tag-Und-Nacht-Gleiche. Über 70 Lebensbilder illustrieren das Geschehen in der Siedlung.

 

Eine Momentaufnahme zeigt, wie man sich den Vicus während seines Bestehens vorstellen kann: Es existieren zahlreiche Holzfachwerkhäuser neben wenigen Steingebäuden – neue Häuser genauso wie alte und reparaturbedürftige oder Häuser im Bau.

 

Von einem Idealstandpunkt aus blickt man auf die Hofparzellen und die Rückseiten dieser römischen Streifenhäuser. Ihre Stirnseiten sind – nach einer einheitlichen Bauordnung – firstständig zur jenseitig gelegenen Hauptstraße orientiert.

Hinter den Häusern führt ein Weg vorbei, der parallel zur Hauptstraße verläuft und an dem auch die beiden Güglinger Mithräen gelegen sind.

 

Panoramawand Siedlungspanorama

 

In den Hofbereichen der Grundstücke befinden sich verschiedentlich Nebengebäude, Latrinen und Brunnen, Bereiche mit Gärtchen und Viehhaltung oder auch Wirtschaftszonen mit Freiluftwerkstätten und Töpfereien.

 

Für das Panorama wurden die Gebäude und andere Siedlungselemente auf der Basis ihrer archäologischen Grundrisse und Befunde künstlerisch rekonstruiert. In manchen Fällen ließen sich durch Funde einzelne Handwerks- und andere Tätigkeiten den Häusern und ihren Grundstücken zuordnen und somit illustrieren. Auch der dargestellte Bewuchs lehnt sich an die hier gefundenen Pflanzenreste an.

 

Das Leporello zur Panoramawand ist im >> Shop erhältlich.

 

>> Hier geht es zum Kugelpanorama (mit freundlicher Unterstützung von Ulrich Engert, Güglingen).

 


 

Das römische Siedlungspanorama wurde ermöglicht durch das großzügige finanzielle Engagement zahlreicher privater Spender und der folgenden Sponsoren – ihnen allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

 

Logos PanoramawandLogos PanoramawandLogos Panoramawand

CMT 2017: Vielbeachteter Auftritt auf der Showbühne des SWR

CMT 2017: Vielbeachteter Auftritt auf der Showbühne des SWR

Im Januar war das Römermuseum gemeinsam mit dem Neckar-Zaber-Tourismus auf der CMT vertreten: Auf der Showbühne des SWR wurde mit 13 authentisch gewandeten Models eine vielbeachtete, bunte römische Modenschau präsentiert. Dabei standen nicht nur Erläuterungen zu den Grundprinzipien der römischen Kleidung im Mittelpunkt, sondern es wurde auch allerhand Wissenswertes und Kurioses rund um die einzelnen Kleidungsstücke geschildert.

 

Ebenso konnten soziale Unterschiede gezeigt als auch ein Vergleich zwischen vornehmer stadtrömischer Kleidung und der Kleidung in der Provinz dargestellt werden. Das Spektrum der einzelnen Gewänder reichte so z.B. vom Handwerker über den Soldaten in Zivil bis hin zum reichen Bürger, einem Beamten oder Paaren gallorömischer Herkunft.

 

CMT Gruppe

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Die Gewänder kommen fortan in der Museumspädagogik des Römermuseums zum Einsatz: Schulklassen können beispielsweise im Rahmen ihres Museumsbesuchs die "Römische Modenschau" als Aktion hinzubuchen.

 

Ein herzlicher Dank geht nochmals abschließend an alle Akteure, die am vergangenen Samstag den unterschiedlichen Gewändern als Models Leben eingehaucht haben und auf der weltweit größten Reisemesse als Botschafter für das Zabergäu unterwegs waren!

Neues vom römischen Michaelsberg

Neues vom römischen Michaelsberg

Im römischen Glauben spielte das Gedenken an die Toten eine wichtige Rolle. Der Gefahr, von den Lebenden vergessen zu werden, beugten manche Römer dadurch vor, dass sie ein auffälliges Grabmal anlegen ließen.

 

Rosettenstein Michaelsberg

Fragment eines Pfeilergrabmals vom Michaelsberg mit großer Rosette in achteckigem Rahmen.

 

Als im Rahmen der Rebflurbereinigung der Michaelsberg grundlegend umgestaltet wurde, fand Kurt Sartorius im Jahr 1978 einen massiven Steinblock mit einer großen Rosette in einem achteckigen Rahmen. Die damalige Expertise des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz ergab, dass die Gestaltung dieses Bruchstückes ganz typisch für große römische Grabmonumente war: So gehörte dieser Steinblock zu einem Pfeilergrabmal, dessen Vergleiche in den Raum Trier bzw. zu den Grabmälern von Neumagen an der Mosel wiesen, wie beispielsweise dem sogenannten „Tuchhandelspfeiler“. Diese Pfeilergrabmäler, die Höhen von über 20 Metern erreichen konnten, sind in den nördlichen Provinzen des römischen Reiches und insbesondere rechts des Rheins außerordentlich selten.

Der Fund vom Michaelsberg legt nahe, dass auf dem Berg ein monumentales und weithin sichtbares Pfeilergrabmal stand, das zu einem Bestattungsplatz gehörte. Dieser ließe sich dem herausragend ausgestatteten Wohngebäude im Bereich der heutigen Kirche zuordnen.

 

Der Stein vom Michaelsberg geriet zunächst verschollen, die jahrelange Suche nach dem Stück blieb erfolglos. Erst im vergangenen Jahr tauchte es schließlich wieder auf und ist nun gemeinsam mit den anderen römischen Funden vom Berg als Dauerleihgabe der Historischen Gesellschaft Bönnigheim im Güglinger Römermuseum zu sehen.

 

Rosettenstein Michaelsberg

Vergleichbare Fragmente des „Tuchhandelspfeilers“ aus Neumagen, Landkreis Bernkastel-Wittlich, in einer Teilrekonstruktion.

Neues Kinderbuch "Orpheus"

Neues Kinderbuch "Orpheus"

Orpheus Cover„Orpheus oder Die Magie des Gesangs“ ist der Titel des neuen Bandes 7 der Schriftenreihe des Römermuseums Güglingen, der jüngst erschienen ist.

 

Frei erzählt das schön und modern illustrierte Buch den griechischen Mythos für Kinder (und Ältere) ab 10 Jahren nach. Der Text stammt von Frank Merkle M.A., einem ausgewiesenen Kenner der griechisch-römischen Mythologie.

Die ansprechenden Illustrationen steuerte der Spanier Andreu Campos Ayala bei.

 

Orpheus war der berühmteste Sänger aller Zeiten und niemand sang jemals so wunderschön wie er. Seine Mutter und Tanten waren die Musen, nach denen bis heute die Musik und die Museen benannt sind. Das Spiel auf der Lyra erlernte er vom Gott Apollo und mit seiner Einheit aus Gesang und Musik bezauberte er alle Menschen und Tiere.

 

Orpheus verliebte sich unsterblich in Eurydike. Als sie plötzlich starb, folgte er ihr in das Totenreich, um sie mit seinem magischen Gesang wieder zurück in die Welt der Lebenden zu führen. Doch seine Liebe zu ihr war zu groß: Der Versuch misslang aus lauter Vorfreude und Ungeduld - somit musste er alleine zu den Lebenden zurückkehren. 

 

Sehr viel später erhielt eine der ersten Opern seinen Namen und Orpheus‘ sagenhafter Ruhm lebt weiter bis heute...

 


 

Über den Autor:

Frank Merkle ist Historiker und Germanist. Er studierte an der Universität Stuttgart und verfasste seine Magisterarbeit zum Thema „Die jungfräuliche Göttin: Das Nachleben des antiken Artemisbildes in mittelalterlichen Marientexten“. Als profunder Kenner der antiken Literatur und Mythologie ist er ein gefragter Museums- und Ausstellungsführer sowie Volkshochschuldozent.

 

Über den Illustrator:

Der Spanier Andreu Campos Ayala ist ein bekannter und vielbeschäftigter Animations- und Trickfilmkünstler. Zu seinen bedeutendsten filmischen Werken aus jüngerer Zeit zählt er:

  • "Der Mondmann", französisch-irisch-deutscher Zeichentrickfilm (2013)  nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Tomi Ungerer, mit den Stimmen u.a. von Katharina Thalbach, Ulrich Tukur, Corinna Harfouch, Ulrich Noethen
  • "Room on the Broom" (dt. "Für Hund und Katz ist auch noch Platz"), englisch-deutscher Kurzfilm (2012), im Jahr 2014 oscarnominiert in der Kategorie "Best Short Animated Film"
  • "Song of the Sea" (dt. "Die Melodie des Meeres"), irischer Animationsfilm (2014), 2015 oscarnominiert in der Kategorie "Best Animated Feature"

Zum Zeitpunkt des Erscheinens des Kinderbuches arbeitete er in Luxemburg an dem 2017 in die Kinos kommenden und von Angelina Jolie produzierten Animationsfilm "The Breadwinner" (dt. "Sonne im Gesicht").

 


 

Daten zum Buch:

Enrico De Gennaro (Hrsg.), Frank Merkle (Text), Andreu Campos Ayala (Illustrationen): Orpheus oder Die Magie des Gesangs.

Schriftenreihe des Römermuseums Güglingen, Band 7. 36 S., mit zahlreichen farbigen Illustrationen

ISBN: 978-3-9812803-7-1; Preis: 12,90 €.

 

Erhältlich im Römermuseum Güglingen, im >> Onlineshop unter www.roemermuseum-gueglingen.de, in ausgewählten Buchhandlungen oder über den Autor (www.frank-merkle.de).

Unsere Führungen 2017

Unsere Führungen 2017

Auch dieses Jahr stehen wieder neben unseren regelmäßigen Öffentlichen Führungen (am 1. Sonntag des Monats) und Familienführungen (am 3. Sonntag des Monats) verschiedene Sonderführungen auf dem Programm.

 

Auf vielfachen Wunsch wird beispielsweise die Veranstaltung „Was macht eigentlich…– ein Archäologe?“ für Kinder und Jugendliche wieder mit im Programm sein. Mittlerweile zu einem Klassiker geworden ist auch die Führung „Römische Steindenkmäler im Güglinger Stadtraum“. An die diesjährige Veranstaltungsreihe „Kulturregion Heilbronner Land“ wird mit der Themenführung „Aqua – Wasser“ sowie "Mythische Wesen und das Wasser" angeknüpft und weitere Themenführungen stehen am Internationalen Museumstag und dem Tag des Offenen Denkmals im Mittelpunkt.

 

Ein besonderes Highlight wird die Buchpräsentation „Orpheus“ mit musikalisch begleiteter Lesung sein, die sich dem im Spätjahr 2016 erschienenen neuen Kinderbuch unserer Schriftenreihe widmet.   

 

Sämtliche Termine in der Kurzübersicht:

 

Öffentliche Führungen:

(jeden 1. Sonntag im Monat um 15 Uhr)

8.1., 5.2., 5.3.,

2.4., 7.5., 4.6.,

2.7., 6.8., 3.9.,

1.10., 5.11., 3.12.2017

 

Familienführungen:

(jeden 3. Sonntag im Monat um 15 Uhr)

15.1., 19.2., 19.3.,

16.4., 21.5., 18.6.,

16.7., 20.8., 17.9.,

15.10., 19.11., 17.12.2017

 

Buchpräsentation mit Lesung:

  • „Orpheus oder Die Magie des Gesangs“ am Samstag, 8.4.2017 um 11 Uhr

 

Themenführungen zum Internationalen Museumstag, der 2017 unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ stattfindet:

  • „Das kränkelnde Imperium: Spuren eines Niedergangs“ am Sonntag, 21.5.2017 um 11 Uhr und 15 Uhr

 

Themenführungen zum Tag des Offenen Denkmals 2017 mit dem Motto „Macht und Pracht“:

  • „Armer Römer – reicher Römer“ am Sonntag, 10.9.2017 um 11 Uhr und 15 Uhr

 

Themenführungen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kulturregion Heilbronner Land“:

  • „Aqua – Wasser“ am Sonntag, 9.7.2017 um 15 Uhr
  • „Mythische Wesen und das Wasser“ am Sonntag, 8.10.2017 um 15 Uhr

 

Weitere Veranstaltungen:

  • „Was macht eigentlich… – ein Archäologe?“ am Sonntag, 14.5.2017 um 15 Uhr
  • „Römische Steindenkmäler im Güglinger Stadtraum“ am Sonntag, 25.6.2017 um 15 Uhr

 

Detaillierte Infos zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie >>Hier in unserem Führungsfaltblatt.