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Sonderausstellung "Göttliche Pflanzen: Antike Mythologie. Christentum. Islam."

Sonderausstellung "Göttliche Pflanzen: Antike Mythologie. Christentum. Islam."

Sonderausstellung Göttliche Pflanzen

 

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Über die Ausstellung

 

Sonderausstellung Göttliche PflanzenIm Mittelpunkt der aktuellen Sonderausstellung des Römermuseums, die vom 2.12.2018 bis zum 25.8.2019 gezeigt wird, stehen jene Pflanzen, die bereits in der Antike vielfach mythologisch verknüpft waren. Mit unterschiedlichen Entstehungsmythen verwoben und unterschiedlichen Bedeutungen belegt, schildern sie in ihrer Gesamtheit einen ganzen Kosmos antiker mythischer Überlieferungsgeschichte.

 

Pflanzen besaßen in der antiken Mythologie einen überaus hohen Stellenwert: Sie fanden ihren Ursprung beispielsweise als Geschenk der Götter oder in Verwandlungen, sie waren verschiedenen Göttern geheiligt und wurden mit ihnen in Verbindung gebracht, sie dienten ihnen als Attribute und Symbole; große Bedeutung kam selbst jenen Pflanzen zu, die als Bekränzung bei Wettkämpfen dienten. Zahlreiche von ihnen sind umfassend und verschiedenfaltig mythisch verknüpft und ihre Rolle war teilweise sogar bis in Aberglauben und Heilkunst hinein dicht mit verschiedensten Aspekten verbunden.

 

Sonderausstellung Göttliche PflanzenEinen ganz zentralen, mit der Vegetation und Pflanzenwelt verbundenen Topos stellte Persephone und die Entstehung der Jahreszeiten dar: Bevor die Tochter Demeters von Hades in die Unterwelt geraubt wurde, herrschte auf der Erde ewiger Frühling, daraufhin jedoch kehrte ewiger Winter ein.

Erst als es ihrer Mutter gelang, Persephone zumindest für einen Teil des Jahres an die Erdoberfläche zurückkehren zu lassen, entstanden die Jahreszeiten und der Zyklus von Werden, Wachsen und Gedeihen sowie Vergehen und darauffolgender Erneuerung. All jene Pflanzen, die im Jahreslauf immergrün blieben, dachte man sich daher als unmittelbar mit der Unterwelt in Verbindung stehend.

 

Sonderausstellung Göttliche PflanzenGanz anders als in der antiken Mythologie stellt sich im Christentum und im Islam das Verhältnis zu den Pflanzen dar, die in den Heiligen Schriften erwähnt werden: Ihre Entstehung wird beispielsweise keiner Verwandlung oder einem anderen mythischen Ursprung zugeschrieben, sondern hier steht am Anfang allen Lebens die Schöpfung durch Gott bzw. Allah.

 

Beide Religionen sind in Wüsten und Halbwüsten entstanden und so ist es auch nicht verwunderlich, dass in der Bibel wie im Koran das Paradies als Garten beschrieben wird. Somit findet sich beiderseits die Vorstellung einer üppigen grünen Pflanzenwelt mit ausreichend Wasser als Sinnbild des Paradieses – dem Garten Eden in der Bibel wie auch der Dschanna, wie das Paradies im Koran heißt.

 

Sonderausstellung Göttliche PflanzenAn vielen Stellen in der Bibel und dem Koran wird Pflanzen ein starker symbolhafter Charakter zugewiesen:

So stehen manche von ihnen für die Segensverheißung und den Frieden, sie sind ein Zeichen von Stärke, Größe und Erhabenheit, sie stehen für Ausdauer und Rechtschaffenheit oder dienen als ein Sinnbild für Vergänglichkeit und Strafe. Vielfältig sind auch jene Regeln und Handlungsanweisungen, die anhand von manchen erwähnten Pflanzen verdeutlicht werden.

 

 

Begleitprogramm

 

Sonderausstellung Göttliche Pflanzen Persephone LeitmotivÖffentliche Führungen

 

So, 10.2. 15 Uhr

So, 24.3. 15 Uhr

So, 7.4. 11 Uhr

So, 26.5. 15 Uhr

So, 30.6. 15 Uhr

So, 14.7. 15 Uhr

So, 25.8. 15 Uhr

 

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

 

 

Persephone DemeterDie „Tochter aus Elysium“: Persephone, Demeter und ihre Bedeutung in der Pflanzenmythologie der Antike

 

Vortrag von Frank Merkle M.A.

 

Mit Persephone änderte sich alles: Lebten die Menschen zuvor in ewigem Frühling, so führte ihr Raub durch Hades in die Unterwelt zur Entstehung der Jahreszeiten. Der antike Mensch erklärte sich auf diese Weise den ewigen Zyklus vom Werden und Vergehen der Pflanzenwelt.

 

Demeters verzweifelte und rastlose Suche nach der geliebten Tochter bescherte den Menschen schließlich beispielsweise das Getreide. Im Altertum gipfelte die Demeter- und Persephone-Verehrung in den ebenso berühmten wie überaus geheimnisvollen Eleusinischen Mysterien.

 

Termin: Freitag, 22.3.2019, 19 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 8,- € p.P. (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

Ort: Mediothek Güglingen, Wilhelm-Arnold-Platz 5 (Zugang über Stadtgraben)

Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Besichtigung der Sonderausstellung im Römermuseum.

 

 

Leonardo da VinciDer Geheimcode der Göttlichen Ordnung: Leonardo da Vinci zum 500sten Todestag

 

Vortrag von Markus Ege, Stuttgart

 

Warum wurden verschiedene Pflanzen in vielen Kulturen und durch die Zeiten hindurch als etwas Göttliches oder Geheiligtes betrachtet? Der Mensch erkannte schon früh, dass sich nicht nur in der Pflanzenwelt, sondern in vielerlei Dingen eine geheime Formel manifestiert, die eine höhere Gesetzmäßigkeit widerspiegelt – Proportion und Goldener Schnitt zählen hierzu ebenso wie das Erscheinen der Fibonacci-Folge.

 

Nicht zuletzt haben Künstler wie Leonardo da Vinci zu allen Zeiten versucht, im Streben nach vollkommener Harmonie dieses höhere Prinzip in ihre Werke einfließen zu lassen. So konzentriert sich dieser Vortrag nicht nur auf die Pflanzenwelt, sondern greift auch auf die Tierwelt, Kunst, Architektur und Musik aus.

 

Termin: Freitag, 10.5.2019, 19 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 8,- € p.P. (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

Ort: Mediothek Güglingen, Wilhelm-Arnold-Platz 5 (Zugang über Stadtgraben)

Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Besichtigung der Sonderausstellung im Römermuseum.

 

 

Hildegard von BingenHildegard von Bingen: Christliche Naturheilkunde im Spiegel ihrer antiken Grundlagen

 

Vortrag zum 840sten Todestag der Hildegard von Bingen mit Frank Merkle M.A.

 

Hildegard gilt als der Inbegriff der frühen christlichen Naturheilkunde und die Schriften der heiliggesprochenen Klosterfrau erfreuen sich bis heute allergrößter Popularität.

 

Doch was war neu bei Hildegard von Bingen, was ein Ausdruck ihrer Zeit und was folgte der Naturheilkunde der Antike, wie sie schon Plinius, Dioskurides oder Galen beschrieben?

 

Termin: Freitag, 28.6.2019, 19 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 8,- € p.P. (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

Ort: Mediothek Güglingen, Wilhelm-Arnold-Platz 5 (Zugang über Stadtgraben)

Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Besichtigung der Sonderausstellung im Römermuseum.

 

 

Begleitband

 

Zur Sonderausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband als Band 8 in der Schriftenreihe des Römermuseums Güglingen erschienen (ISBN 978-3-9812803-8-8).

 

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Vortrag über die Göttliche Ordnung und Leonardo da Vinci erwies sich als Publikumsmagnet

Vortrag über die Göttliche Ordnung und Leonardo da Vinci erwies sich als Publikumsmagnet

Ein Begleitvortrag zur Sonderausstellung „Göttliche Pflanzen“ beleuchtete im Mai den „Geheimcode der Göttlichen Ordnung“ und ungemein groß war das Publikumsinteresse:

 

Am 2. Mai vor 500 Jahren verstarb mit Leonardo da Vinci das wohl bekannteste Universalgenie schlechthin. Wie bei kaum einem anderen, so führte Museumsleiter Enrico De Gennaro in seiner Begrüßung aus, denke man bei ihm unweigerlich an jenen großen Geist, dessen Begabungen und Visionen den technischen Möglichkeiten seiner Zeit um Jahrhunderte voraus waren.

 

 

Als Referent des Abends konnte Markus Ege gewonnen werden: Der Künstler und Musiker aus Stuttgart ist in Güglingen kein Unbekannter und sein Schaffen in verschiedenen Bereichen des Römermuseums und der Panoramawand präsent. Seine Ausführungen brachten den Zuhörern näher, wie stark man bereits in der Antike alles miteinander durch eine höhere Gesetzmäßigkeit verbunden sah. Ausgehend von der Naturbeobachtung, wie beispielsweise in der Pflanzenwelt oder bei Mineralien, entstanden in der Antike die vier ersten Wissenschaften – Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. In der Renaissance versuchte man diesem höheren Prinzip und seiner geheimen Formel im Streben nach vollkommener Harmonie zu folgen.

 

Foto: Leonore Welzin

Foto: Leonore Welzin

 

Beginnend mit dem Persephone-Mythos, dem darin erscheinenden Kern des Granatapfels und seiner idealen Form, der des Dodekaeders, ließ der Referent zunächst die Platonischen Körper Revue passieren, welche Leonardo für Luca Pacioli’s Traktat „De divina proportione“ illustriert hat. Einen breiten Raum widmete Ege der Konstruktion von Fünfecken, deren Formel man stets streng geheim hielt, sowie der Ableitung des Goldenen Schnitts daraus. Den Goldenen Schnitt verdeutlichte er in seiner Wiederkehr in der Pflanzen- und Tierwelt und anhand von Studien Leonardos zur menschlichen Proportion, letztlich auch seine Übertragung in Kunst und Architektur, wie u.a. am Beispiel des Parthenons und von Notre Dame. Ein weiteres Themenfeld stellte die Herleitung der Fibonacci-Zahlenreihe und ihr Erscheinen in der Pflanzenwelt dar.

 

Foto: Leonore Welzin

Foto: Leonore Welzin

 

Dass die Grundlagen aller Untersuchungen zur Musik auf Pythagoras zurückgehen und Musiker immer auch gleichzeitig Mathematiker waren, erfuhren die Zuhörer anhand der zuvor geschilderten Gesetzmäßigkeiten im letzten Teil, bei dem man sich der Musik widmete. So folgerte Pythagoras, dass die ganze Natur aus Harmonien besteht, die in Zahlen ausgedrückt werden können. In der Renaissance erkannte man Parallelen bis in sämtliche Bereiche des Universums hinein und von Johannes Kepler letztlich stammt die Idee eines „klingenden Weltalls“.

Von Leonardo selbst ist bekannt, dass er die „Lira da Braccio“ spielte, anhand welcher er Untersuchungen zu Klang und Klangdauer vornahm und mit ihnen den Instrumentenbau weiterentwickelte.

Den Abschluss der Ausführungen bildete der Vortrag einer Klavierübung von Johann Sebastian Bach am Flügel. Als barocken Kosmos verwirklichte Bach in ihr die ganzzahligen Verhältnisse anhand der Drei als göttlicher Zahl, die bis hin zu den Taktzahlen in jeder kleinsten Verästelung vorkommt.

Der Römer "Candidus" als Botschafter auf der Bundesgartenschau 2019

Der Römer "Candidus" als Botschafter auf der Bundesgartenschau 2019

Bundesgartenschau BUGA Candidus

 

Vom 17. April bis 6. Oktober 2019 findet die Bundesgartenschau in Heilbronn statt. Von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet, erstreckt sie sich auf rund 40 Hektar Fläche und umfasst auch 23 architektonisch innovative Gebäude. Mit einem modernen Holzpavillon präsentiert sich hier der Landkreis Heilbronn und ist Teil des Ausstellungsbeitrags „Made in Heilbronn-Franken“: Dynamischer Wirtschaftsstandort, Heimat von etlichen Weltmarktführern, hohe Lebensqualität und viel Natur, Kultur und Geschichte – der Landkreis Heilbronn spiegelt die Vielfalt des gesamten Landes wider. Diese Vielfalt zeigt sich auch im Landkreis-Pavillon, wo es viel zu entdecken gibt: So erzählen sieben Persönlichkeiten aus dem Heilbronner Land den Besuchern ihre bewegte Geschichte.

 

Bundesgartenschau BUGA Candidus

 

Der Güglinger Beitrag, auf den beispielsweise Götz von Berlichingen, Friedrich Hölderlin und Theodor Heuss folgen, steht dabei in der Reihe ganz am Anfang und konzentriert sich vollkommen auf das Thema „Römer“.

Von Museumsleiter Enrico De Gennaro wurde in den zurückliegenden Monaten hierfür die Person des Römers „Candidus“ entwickelt. Das Augenmerk lag dabei darauf, nicht irgendeine beliebige fiktive Persönlichkeit zu schaffen, sondern sich mit all ihren Facetten stets im Rahmen des Möglichen zu bewegen. So ist beispielsweise seine Kleidung bis in alle Details authentisch für das 2./3. Jahrhundert nach Christus und der Name „Candidus“ tatsächlich auch als Stifter auf einem der Altäre in Mithräum II nachgewiesen, dessen Ausgrabung in der Fachwelt international für großes Aufsehen sorgte.

 

Bundesgartenschau BUGA Candidus

 

Der fiktive "Candidus" ist der Sohn eines Reitersoldaten, der am Limes stationiert war. Er wurde ein wohlhabender Händler, lebt im bedeutenden Handelsort Güglingen und nutzt die ausgezeichnete römische Verkehrsinfrastruktur. Seine Verkaufsware, die er aus Rheinzabern in den Mittleren Neckarraum verhandelt, ist Terra Sigillata: Dieses feine römische Tafelgeschirr wurde in vorindustrieller Massenproduktion

stark standardisiert und in millionenfachen Stückzahlen erzeugt, um die enorme Nachfrage abzudecken.

Doch Candidus‘ Erfolg ist natürlich auch eng mit der Götterverehrung verbunden: So ist er im geheimnisvollen Mithras-Kult aktiv, wo er den Rang des Löwen bekleidet und damit bei den Zeremonien beispielsweise für die Entfachung des Kultfeuers zuständig ist.

 

Begleitet wird die Präsentation von einer Hörstation, an der Candidus allerhand Spannendes über sein Leben erzählt, sowie einer Vitrine mit seiner Handelsware. Die darin ausgestellten Objekte sind verschiedene Gefäßformen von Terra-Sigillata-Geschirr, das von der Töpferei Schnorr in Rheinzabern reproduziert wurde. Die Szenografie der gesamten Präsentation besorgte die Firma Reinecke New Media, Stuttgart.

 

Bundesgartenschau BUGA Candidus

Vortragsprogramm startete spannend mit der "Tochter aus Elysium"

Vortragsprogramm startete spannend mit der "Tochter aus Elysium"

Der erste Begleitvortrag zur aktuellen Sonderausstellung „Göttliche Pflanzen“ am 22. März 2019 erfuhr eine überaus breite Resonanz. Als Referent beleuchtete der profunde Mythenkenner Frank Merkle das Thema „Die Tochter aus Elysium – Demeter, Persephone und ihre Bedeutung in der Pflanzenmythologie der Antike“.

 

Güglingen stehe mit diesem Mythos in besonders enger Verbindung, wie Museumsleiter Enrico De Gennaro in seiner Einführung betonte: So sei ein hier gefundener Altar für Proserpina, wie man Persephone in römischer Zeit nannte, und der stilistisch zudem noch italischen Vorbildern folgt, eine ausgesprochene Seltenheit. Nicht zuletzt sei dies auch der Anlass gewesen, vor einigen Jahren zum Persephone-Mythos ein illustriertes Kinderbuch zu veröffentlichen.

 

Vortrag Persephone Sonderausstellung Göttliche Pflanzen

 

In seinen Betrachtungen ging Frank Merkle zunächst auf den Mythos um die griechische Fruchtbarkeitsgöttin und deren Tochter ein. Persephone, die in die Unterwelt entführt wurde und schließlich durch einen Kompromiss zwischen Hades und Zeus alljährlich zu Beginn des landwirtschaftlichen Jahres zu ihrer Mutter zurückkehren konnte, damit diese die Pflanzenwelt erneut zu neuem Wachstum antreiben solle, kann dabei vielschichtig gedeutet werden: So gibt der Text oberflächlich betrachtet eine Erklärung für die Entstehung der Jahreszeiten. Zudem kann man ihn auch so auslegen, dass er sich mit Demeter auf eine vorgeschichtliche Frau bezieht, die mit großen Verdiensten um die Kultivierung des Getreides in archaischer Zeit in Verbindung steht.

Tiefer betrachtet zeigt der Mythos um Persephone aber vor allem den Kreislauf der Natur aus Werden und Vergehen auf. Die Menschen verehrten mit der Göttin die in der Natur wohnende Kraft des Lebens, die stets aufs Neue erwacht und durch ihre Fruchtbarkeit das Leben auf der Erde erneuert. Hiervon abgeleitet gab sie somit den Menschen auch Hoffnung auf eine Erneuerung ihres individuellen Lebens nach dem Tod.

 

Vortrag Persephone Sonderausstellung Göttliche Pflanzen

 

Dass die unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten des Mythos bereits in der Antike angewandt wurden, verdeutlichte Merkle anhand der Kultpraxis: So bezogen sich die drei verschiedenen Feiern für Demeter in allen ihren Tempeln im griechischen Raum sowohl auf deren Zuständigkeit für das Gedeihen der Pflanzenwelt (speziell des Getreides) als auch auf die Fruchtbarkeit der Frauen. Interessant war hierbei, dass es aufgrund der Termine der Feste naheliegt, dass die Zeit, in der man sich die Natur tot vorstellte (oder Persephone alljährlich in der Unterwelt verharrte), in Griechenland die trockenen Sommermonate und nicht etwa die Wintermonate waren. Außerdem beinhalteten die im Herbst gefeierten Thesmophorien die Aufnahme der heranwachsenden Mädchen unter die heiratsfähigen. Speziell in ihrem wohl bedeutendsten Tempel in Eleusis bei Athen wurden Demeter und Persephone aber für ein von diesen verliehenes Leben nach dem Tod im paradiesischen Jenseitsort der Eleusinischen Gefilde verehrt. Die Hoffnung hierauf wurde von den zahlreichen Menschen, die sich in den Mysterienkult in Eleusis einweihen ließen, von der ständigen Wiedergeburt der Pflanzenwelt nach der sommerlichen Dürreperiode abgeleitet.

 

Abschließend – und bei diesem Thema natürlich unausweichlich – wurde der Einfluss des Mythos auf Schillers „Ode an die Freude“ und Beethovens 9. Sinfonie beleuchtet.

 


 

Der nächste Vortrag findet statt am 10. Mai 2019. Es spricht Markus Ege, Stuttgart, zu "Der Geheimcode der Göttlichen Ordnung: Leonardo da Vinci zum 500sten Todestag".

MAARSI ist da!

MAARSI ist da!

Maarsi Kids-Pass Museums-PASS-MuséesMAARSI ist ein Außerirdischer und möchte von den Erdenkindern die spannende Welt der Museen, Schlösser und Gärten gezeigt bekommen!

 

Die neue Aktion des Museums-PASS-Musées mit dem lustigen blauen Maskottchen richtet sich an Kinder unter 12 Jahren im Verbreitungsgebiet, also der Schweiz, Frankreich und Deutschland. Diese Aktion läuft vom 12.6.2019 bis Ende Juni 2020.

 

Der neue Kids-Pass bzw. MAARSI-Pass ist 6 Monate lang gültig und ermöglicht Kindern unter 12 Jahren unbegrenzt oft freien Eintritt in die 140 beteiligten Häuser, darunter auch das Römermuseum Güglingen. Der Pass ist in den beteiligten Museen für Kinder kostenlos erhältlich und für den privaten Gebrauch bestimmt, so darf er z.B. von Schulklassen nicht verwendet werden.

 

Auf www.maarsi.com können sich die Kinder registrieren, um an einer Online-Challenge teilzunehmen. Bei dieser Challenge können Punkte gesammelt werden, um die Chance auf den Gewinn von tollen Preisen am Ende der Laufzeit des Passes zu erhöhen. Zu jedem der teilnehmenden Museen gibt es drei Aufgaben oder Fragen, die gelöst werden müssen.

Maarsi Kids-Pass Museums-PASS-Musées

 

Als attraktive Preise winken:

  • Teilnahme an den Ateliers der Museen
  • Eintrittskarten (Museen, Kino)
  • Gesellschaftsspiele
  • Fanartikel
  • Kinderbücher
  • Geburtstag im Museum
  • Wochenenden in London für 4 Personen + Besuch des Harry-Potter-Parks
Unser Führungsprogramm 2019

Führungsprogramm 2019

Neben unserem unseren regelmäßigen Öffentlichen Führungen (am 1. Sonntag des Monats) und Familienführungen (am 3. Sonntag des Monats) werden verschiedene Sonderführungen eine Reihe von Themen in der Dauerausstellung beleuchten.
 

 

Die Termine im Überblick:

 

Öffentliche Führungen:

(jeden 1. Sonntag im Monat um 15 Uhr)

6.1., 3.2., 3.3.

7.4., 5.5., 2.6.

7.7., 4.8., 1.9.

6.10., 3.11., 1.12.2019

 

Familienführungen:

(jeden 3. Sonntag im Monat um 15 Uhr)

20.1., 17.2., 17.3.

21.4., 19.5., 16.6.

21.7., 18.8., 15.9.

20.10., 17.11., 15.12.2019

 

 

LarariumRömische Feiertage im Jahresverlauf

In römisch-heidnischer Zeit gab es nur Werktage – dafür existierte aber eine Vielzahl an Festtagen für die verschiedensten Götter. Welche Feste wurden für welche Götter gefeiert? Wo liegen die Wurzeln zahlreicher heutiger Festtage wie Weihnachten oder Bräuche wie beispielsweise denen des Valentinstages?

Begrüßung zum Beginn des neuen Jahresprogramms mit einem Glas Wein.

Themenführung aus Anlass des Dreikönigstages mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 6.1.2019 um 11:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

Voranmeldung bis spätestens zum 4. Januar 2019 unter info@frank-merkle.de notwendig, Teilnehmerzahl begrenzt

 

 

Odysseus SirenenEin Irrfahrer und das Heilbronner Land: Odysseus im Zabergäu

Homer‘s „Odyssee“ ist der Inbegriff von Reise und Abenteuer schlechthin sowie eines der ältesten Werke der Weltliteratur. Dass man die bekannteste Irrfahrt der Antike in römischer Zeit auch im Zabergäu kannte, zeigen Fragmente eines Reliefs, das ein wohlhabender römischer Villenbesitzer in Güglingen-Frauenzimmern anfertigen ließ. Einzigartig deshalb, weil es der einzig erhaltene Steindenkmalzyklus mit Szenen der Odyssee nördlich der Alpen aus antiker Zeit ist, und so stellt es heute einen der Höhepunkte des Güglinger Römermuseums dar.

Die Führung thematisiert neben dem Dichter Homer und dem Gesamtwerk der Odyssee vor allem einige anhand des Reliefs ausgewählte Stationen der Irrfahrt und erklärt so, wie die literarisch gewordenen Mythen zu deuten sind und mit welchen Örtlichkeiten man diese in der Antike identifizierte.

Themenführung mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 24.2.2019 um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

 

 

Nero PorträtbüsteKaiser Nero und der Caesarenwahn

Die Auswüchse der Vergöttlichung der römischen Caesaren identifiziert man bis heute neben Nero mit den oft als ebenso wahnsinnig geltenden Kaisern Caligula, Commodus oder Caracalla. In allen vereint sich ein extrovaganter Charakterzug mit äußerster Brutalität, so dass beispielsweise Nero nicht nur seine Ehefrau, sondern auch seine Mutter ermorden ließ.

Anhand ausgewählter Exponate wird der Grundlage der Vergöttlichung der Kaiser nachgegangen; darüber hinaus werden einzelne, besonders bekanntgewordene Episoden aus deren Handeln thematisiert und auch gedeutet.

Themenführung mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 14.4.2019 um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

 

 

Ikarus Gunther StillingDie Mythen hinter der Kunst: Ein Rundgang zu den antiken Wurzeln moderner Kunstwerke im Stadtraum

Auf Schritt und Tritt begegnet man in Güglingen modernen Kunstwerken, von denen viele durch die antike Mythologie inspiriert sind. Ob die vier Horen, Ikarus, Bacchus, Daphne, die Sphinx und andere mehr – sie alle beschäftigten die Menschen bereits in der Antike.

Im Rahmen des Rundgangs mit dem Mythen-Kenner Frank Merkle soll diese Verbindung zwischen Antike und modernem Blickwinkel aufgezeigt werden. Abschließend wird im Römermuseum der Querbezug zu ausgewählten römischen Bildwerken aus dem Zabergäu hergestellt.

Führung zum Internationalen Museumstag mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 19.5.2019 um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

Treffpunkt: Römermuseum Güglingen

 

 

Mithras KultbildMithras – Kultpraxis und Glaubensinhalte des römischen Geheimkultes um die „unbesiegte Sonne“

Unter jenen Mysterienkulten, die sich ab der Zeitenwende im gesamten römischen Reich stark ausbreiteten, war der Kult um Mithras der bedeutendste. Da sich in Güglingen gleich zwei Mithräen befanden, lassen sich hier durch die Rekonstruktion eines Mithras-Tempels mit Hilfe zahlreicher Originalfunde sowohl die Kultpraxis als auch die bis heute nicht endgültig geklärten Glaubensinhalte der Anhänger des Sonnengottes in ihren verschiedenen Deutungsmöglichkeiten besonders gut veranschaulichen.

Im Verlauf dieser Führung soll zunächst die in der Antike mit zahlreichen Götterfiguren wie Apollo oder Sol verbundene Sonnensymbolik verdeutlicht werden. Sie erfährt dann in den um Mithras oder anschließend ebenso um Christus kreisenden Ausdeutungen ihren Höhepunkt, wobei auch die Ursprünge unseres Weihnachtsfestes thematisiert werden.

Themenführung zur Sommersonnenwende mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 23.6.2019 um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

 

 

Pallas Athene Gustav KlimtGustav Klimt und die Wandlung der Pallas Athene

In seinem weniger bekannten Frühwerk schöpfte Gustav Klimt, wie so viele Künstler, intensiv aus der Antike. Die Führung möchte somit verschiedene Bezüge zur Antike im Werk der Jugendstilikone in den Blickpunkt rücken und sie mit ausgewählten Exponaten vergleichen.

Die Interpretation der jeweiligen Werke wird sich dann vor allem auf die zuweilen radikale Umdeutung Klimts (Pallas Athene) oder seine Deutungsvertiefung (Hygeia) konzentrieren.

Themenführung zum Tag des Offenen Denkmals mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 8.9.2019 um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

 

EponaWie aus Kelten Römer wurden – und was von ihnen keltisch blieb

Obwohl der größte Teil der hier ansässigen Menschen in römischer Zeit zumindest keltische Wurzeln hatte, konnte sich die römische Kultur relativ rasch durchsetzen. Viel mehr noch, scheinen sich die einheimischen Kelten kaum gegen ihre Unterwerfung durch das römische Imperium gewehrt, sondern diese geradezu begrüßt zu haben.

Was machte die Zugehörigkeit zu Rom für die Kelten so lukrativ? Wie lebten sie davor und danach? In welchen Bereichen wirkten keltische Traditionen noch lange nach und können trotz der römischen Überlagerung weiterhin nachgewiesen werden?

Themenführung mit Frank Merkle M.A.

Termin: Sonntag, 22.9.2019 um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr

Dauer: ca. 90 Minuten

Kosten: 4,- € p.P. zzgl. erm. Eintritt (Museums-PASS-Musées-Inhaber: gratis)

 


 

Detaillierte Infos zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie >>Hier in unserem Führungsfaltblatt.