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Praktikum im Römermuseum

Praktikum im Römermuseum

Der 16-jährige Frauenzimmerner Christian Bödinger absolvierte vor kurzem sein einwöchiges BOGY (Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe)-Praktikum im Römermuseum, um das er sich bereits vor fast einem Jahr intensiv bemüht hatte. Er besucht derzeit die 10. Klasse des Zabergäu-Gymnasiums in Brackenheim und lernt im vierten Jahr Latein.

 

Während seines Praktikums hat er die Aufgabe bekommen, die Grundlage für einen detaillierten Orientierungsplan zu erstellen. Seit dieser Woche liegt nun der fertige Plan im Museum aus und wird künftig den Besuchern den eigenständigen Rundgang erleichtern. Anlass genug, Christian als Resumée einige Fragen zu seinem Praktikum zu stellen.

 

Sie wollten speziell ins Römermuseum - was machten Ihre Klassenkameraden?

Mit Archäologie, Geschichte oder Kultur war außer mir keiner dabei. Viele konzentrierten sich mehr auf technische Berufe, Anwaltskanzleien oder Apotheken.

 

Was waren Ihre Beweggründe, gerade im Römermuseum Ihr Praktikum abzuleisten?

Ich war selber im Museum, auch bei einer Führung von Uli Peter. Ich war über den Aufbau begeistert und wollte die Hintergründe wissen.

Außerdem habe ich ein großes Interesse an Archäologie und Geschichte.

 

Wie war die Reaktion der Lehrer auf Ihre besondere Wahl?

Meine Lateinlehrerin hat sich besonders gefreut und mich gleich noch mit einem Zusatz-Referat bedacht. Sie war auch schon öfters mit ihren Lateinklassen im Museum. Die anderen Lehrer haben eher verwundert die Augenbrauen hochgezogen, weil das halt nicht so häufig ist.

 

Gab es für Sie ein besonderes Highlight?

Dass ich gleich am ersten Tag bei der Museumsverbandstagung dabei sein durfte, war echt überwältigend. Da gibt es natürlich nichts, was drüber geht.

 

Gab es weitere interessante Erkenntnisse und Einblicke?

In meinem Praktikum war wirklich alles abgedeckt, z. B. die ganze Geschichte und Entstehung des Museums. Für mich gab es viele verschiedene Einblicke, auch in die einzelnen Abläufe und Hintergründe. Spannend fand ich die diffizile Arbeit an den Odysseus-Reliefs aus Frauenzimmern, das wird noch etwas ganz Tolles. Oder auch der Museumsführer, der gerade entsteht. Er ist zwar ebenfalls eine Riesen-Arbeit, aber schön gestaltet und deckt alles ab, was man zu wissen braucht.

 

Im Rückblick: Was haben Sie sich vorher anders vorgestellt?

Dass die Tätigkeitsfelder in der Archäologie viel weiter gefasst sind als auf den ersten Blick hätte ich so nicht gedacht. Alles in allem sind Archäologen ganz normale Menschen, aber man muss es von Herzen machen, denn es ist wirklich sehr viel Arbeit.

 

Sie sind jetzt wieder zurück im Schulalltag. Eine große Umstellung?

Ja, wirklich eine Riesen-Umstellung, auch wenn es nur eine Woche war. In der Schule habe ich jetzt wieder viele verschiedene Fächer, dort herrscht allein schon eine größere Lautstärke und ein Durcheinander. Beim BOGY ging es viel geordneter, ruhiger und vor allem viel persönlicher als in der Schule zu.

 

Zum Abschluss: Hat’s Spaß gemacht?

Mit hat es super Spaß gemacht und wirklich gut gefallen. Ich bin sehr dankbar dafür. Bis jetzt hab ich immer noch nicht alles verarbeiten können.