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Neue Sonderausstellung im Güglinger Römermuseum

Neue Sonderausstellung im Güglinger Römermuseum

In die Zeit von vor fast 8.000 bis über 600.000 Jahren führt die neue Sonderausstellung, die im „Heinz-Rall-Saal“ des Güglinger Römermuseums zu sehen ist. „Älteste Spuren. Die Alt- und Mittelsteinzeit im Heilbronner Land“ heißt das Thema, mit dem sich Museumsleiter Enrico De Gennaro in diesem Jahr auseinandergesetzt hat.

 

Am 28. November konnte Bürgermeister Klaus Dieterich eine stattliche Zahl von Gästen im „Heinz-Rall-Saal“ begrüßen und dankte zunächst dem Museumsleiter dafür, dass er Wort gehalten und die zweite Sonderausstellung seit Eröffnung des Römermuseums vor zwei Jahren zusammengestellt hat. „Es war eine große Aufgabe, diese Ausstellung nach eigenen Vorstellungen zusammenzustellen“, lobte das Stadtoberhaupt und zeigte sich überzeugt davon, dass der jetzt präsentierte Blick in die Steinzeit auf ebenso großes Interesse stoßen wird wie die erste Sonderausstellung, die den „Hildesheimer Silberschatz“ gezeigt hat. Enrico De Gennaro machte deutlich, dass mit dem Titel der Ausstellung eine direkte Verbindung zum Tourismus der heutigen Zeit verknüpft werden soll. Funde aus der unmittelbaren Umgebung von Güglingen und vom ganzen Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie dem nördlichen Kreis Ludwigsburg sind in Form von Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen zu sehen und so zusammengestellt worden, dass sie nach Ablauf der Ausstellung in Güglingen (17.7.2011) auch in anderen Städten und Gemeinden vorgestellt werden kann.

 

Wer sich auf die ältesten Spuren der Alt- und Mittelsteinzeit im Heilbronner Land begeben will, der kann schon im Treppenhaus zum 2. Obergeschoss einer „Zeitspur“ folgen, die in den „Heinz-Rall-Saal“ einmündet und im Ausstellungsraum auf die verschiedenen Epochen aus der grauen Vorzeit aufmerksam macht. Enrico De Gennaro freute sich über die Unterstützung für diese zweite Sonderausstellung. Das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart hat 52 fossile Exponate zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Kleinfunde kamen von den Städtischen Museen Heilbronn und zudem hat man Leihgaben aus der Privatsammlung Alwin Schwarzkopf aus Schwaigern-Niederhofen bekommen. Die 1:1-Rekonstruktion eines Jägerlagers von Rudolf Walter aus Schelklingen vermittelt einen hervorragenden Eindruck vom Leben der Steinzeitmenschen. Unter anderem bekommt man auch den Unterkiefer des ältesten Mitteleuropäers – den Homo Heidelbergensis – zu sehen. Zahlreiche fossile Reste von Großsäugetieren vermitteln vor kunstvoll bemalten Aquarell-Leinwänden – gestaltet von Markus Ege – eine Welt, als der Wechsel von Warm- und Kaltzeiten Jahrhunderttausende beherrschte.

Die Auswahl der Exponate stellt einen direkten Bezug zum Heilbronner Land und der näheren Umgebung her. Darauf wurde ebenso Wert gelegt wie auf die Tatsache, dass man bei der zweiten Sonderausstellung dem „Güglinger Konzept“ treu geblieben ist.

 

Mit Wandtafeln und Vitrinen werden vier Themenkomplexe erläutert und plastisch dargestellt – gewissermaßen als perspektivische Fortsetzung der gezeigten und beschriebenen Funde. Die Ideen des Museumsleiters haben Markus Ege (Aquarell-Malerei) und Frank Schneider (Ausstellungsgestaltung und Druck der Ausstellungsgrafik) in die Tat umgesetzt. Die heimischen Schreinereibetriebe Giebler und Höfle aus Güglingen haben Vitrinen und Stellwände hergestellt, die auch für kommende Sonderausstellungen eingesetzt werden können.

 

Am Sonntag, 16. Januar 2011, gibt es eine spezielle Führung durch die Sonderausstellung. Man kann sich jetzt schon dazu bei der VHS Unterland im Oberen Zabergäu anmelden.

 

Text: Roland Baumann