Aktuelles - Archiv

Römisches Freilicht-Gelände nimmt Formen an

Römisches Freilicht-Gelände nimmt Formen an

Die Rekonstruktion der römischen Siedlung am Original-Fundort im Gebiet „Ochsenwiesen/Steinäcker“ nimmt immer konkretere Formen an. Nach der Geländeplanie durch die Bauunternehmung Haass (Güglingen) haben der städtische Bauhof und die Firma Henning (Sternenfels) in Kooperation mit dem Anlegen von Wegen und Plätzen begonnen und sie weitgehend zum Abschluss gebracht. Die Koordination der Arbeiten wurde in Regie von Bauhofleiter Uwe Sandler und Museumsleiter Enrico De Gennaro vorgenommen.

 

Zunächst wurden Erschließungswege von der Emil-Weber-Straße bis zum Römer-Fundort angelegt. Bei den Wegeeinfassungen hat man „Restbestände“ vom Granitbelag des Marktplatzes verarbeitet und so auch eine optische Verbindung zum Belag rings ums Römermuseum geschaffen. Die Wege wurden von Bauhof-Mitarbeitern mit Sandsteinsplitt belegt. Auch eine kleine Sitzgruppe aus Sandstein wurde wegetechnisch erschlossen und mit Sandsteinsplitt bedeckt. Mit dem selben Material wurden auch die römischen Straßenzüge in Teilen nachgebaut. Sie sollen noch mit Erde überdeckt und so angelegt werden, wie man es im ersten Obergeschoss des Römermuseums auch gemacht hat. Ochsenkarrenspuren sollen einen authentischen Eindruck vermitteln. Materialtransport und weitere Auskofferungsarbeiten hatte man der Firma Peter Haass (Güglingen) übertragen.


Nachdem der acht Meter tiefe Brunnen bereits vor geraumer Zeit von Steinmetz Jürgen Wütherich rekonstruiert und nun von der Zimmerei Wörz (Güglingen) mit einer holzgedeckten Dachkonstruktion versehen worden war, hat die Firma „natur art“ (Markgröningen) einen römischen Weidenflechtzaun um das ehemalige Hausgrundstück angelegt, in dem sich der Brunnen befindet. Anfang dieser Woche waren wiederum Bauhof-Mitarbeiter(innen) bei Pflanzungen und Ansaaten im Einsatz.

 

Parallel dazu hat die Zimmerei Wörz mit dem Aufbau der Rekonstruktion des Mithräums begonnen. Diese Arbeiten werden bis zum Wochenende abgeschlossen sein, damit man beim ersten Güglinger Kolloquium auch einen Abstecher zu den Original-Fundstellen an der Ochsenwiesenstraße machen kann. Das ehemalige Mithräumsgrundstück wird in nächster Zeit noch mit einem Eichenbretterzaun umfriedet werden, da derartige Grundstücke nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen in römischer Zeit nicht öffentlich zugänglich und nur der Kultgemeinschaft dieses Geheimkultes vorbehalten waren.


Ausstehend sind nach Abschluss der derzeitigen Arbeiten die Beschilderung der Anlage, in die noch neueste Erkenntnisse des Kolloquiums einfließen sollen, sowie die mögliche Gestaltung der Ostwand des Bauhofes mit einem Siedlungspanorama. Dieses Panorama soll als „Zeitfenster in die Römerzeit“ die Anbindung der Elemente der Anlage bewerkstelligen und diese didaktisch unterstützen. Hier sind derzeit noch Entwürfe für die Gestaltung in Ausarbeitung, die dem Gemeinderat als Grundlage für die letztliche Entscheidung über die Ausführung vorgelegt werden.


Am bundesweiten „Tag des Offenen Denkmals“ (Sonntag, den 13.09.) soll dann die fertig gestellte Anlage der Öffentlichkeit präsentiert werden: Das Römermuseum wird an jenem Tag ganztägig Führungen auf dem Gelände veranstalten und der Sportschützenverein Güglingen hat sich bereit gefunden, wie auch schon während dieser Veranstaltungen im Zuge der Ausgrabungen, wieder in bewährter Weise die Aktionen zu bewirten.


Die interessierte Bevölkerung sollte bei „Vorab-Besichtigungen“ eines beachten: die Freiflächen wurden mit Rasen eingesät, weitere Flächen sind für das Anlegen von Wildblumenwiesen vorgehalten.

 

Text: Roland Baumann