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Aktuelles | De Gennaro, Enrico | 04.03.2014

Die Heimkehr der Reliefs von Frauenzimmern

Mit schwerem Gerät wird seit Wochen am Einzug der tonnenschweren Odysseus-Reliefs aus Frauenzimmern gearbeitet. Ein Vorhaben dieser Komplexität wurde vorher in dieser oder einer ähnlichen Form noch nie verwirklicht: Die zahllosen skulptierten Fragmente werden in ihren ursprünglichen Zugehörigkeiten zu szenenhaften Bildmotiven präsentiert, die sich einst auf mehreren Sandsteinblöcken, teils übereinander und nebeneinander, am Wasserbecken der römischen Villa angebracht befanden.

 

Odyssee

Das Meerungeheuer Skylla ergreift einen Gefährten des Odysseus mit seinem Maul.

 

In Stahlrahmenkonstruktionen wurden somit die hier seit 2006 erarbeiteten Motivzugehörigkeiten angeordnet, um dem ursprünglichen Eindruck des Reliefzyklus gerecht zu werden. Die Skulpturen wurden darin fixiert und in einer Trägermasse eingebettet, die gewisse restauratorische Voraussetzungen zu erfüllen hatte, wie z.B. eine mögliche rückstands- und zerstörungsfreie Entfernung.

 

Odyssee

Ein Teil der aufgerichteten Reliefwand im Arbeitsfortschritt.

 

Obwohl das Material teils sehr lückenhaft erscheint, wird sich dem Besucher ab kommendem Sonntag auch mittels aufgebrachter zeichnerischer Ergänzungen ein faszinierender Eindruck der Reliefs ergeben, mit denen sich der Frauenzimmerner Gutsbesitzer bei Gastmählern und Gelagen schmückte, seinen Gästen dadurch nicht nur den eigenen Wohlstand, sondern vor allem auch seinen Bildungsgrad demonstrierte.

 

Die Installation im Römermuseum geht jedoch noch weiter: Ein Teil des einstigen Wasserbeckens, an dem die Reliefs angebracht waren, wird wieder reaktiviert und aus dem delphinförmigen Wasserspeier, der das Becken über eine Wasserleitung vom Wurmbach her mit Wasser versorgte, wird nach 1800 Jahren endlich wieder Wasser sprudeln...!