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Vorbereitungen für Sonderausstellung laufen auf Hochtouren

Vorbereitungen für Sonderausstellung laufen auf Hochtouren

Das Römermuseum Güglingen wird vom 17. Mai bis 30. November 2009 zum ersten Mal mit einer Sonderausstellung bereichert. Passend zum diesjährigen 2000-Jahr-Jubiläum der Varus-Schlacht ist ihr Thema „Der Hildesheimer Silberschatz“.


Der Hildesheimer Silberschatz zählt zu den größten und bedeutendsten römischen Silberfunden. Er umfasst zahlreiche Stücke silbernen Ess-, Trink- und Prunkgeschirrs aus der Regierungszeit des Kaisers Augustus. Dass der Schatz im Jahr 1868 im freien Germanien aufgefunden wurde, führte schnell zu einer Deutung als „Tafelsilber des Varus“, einer Theorie, die bis heute noch hartnäckige Anhänger besitzt, obwohl der historische Ort der Varusschlacht mittlerweile bei Kalkriese nachgewiesen wurde.

 

Es könnte sich bei den Silbergefäßen zwar tatsächlich um Beutegut aus der Varusschlacht handeln, sehr viel wahrscheinlicher gehören sie aber zu späteren Feldzügen der Römer ins freie Germanien in der 1. Hälfte des 1. Jh. n. Chr. Der Silberschatz wurde wohl in Not vergraben und stammte ursprünglich aus dem Eigentum eines oder mehrerer römischer Offiziere, die diese Silbergefäße für Repräsentationszwecke in Germanien mitgeführt haben.


Die Ausstellung wurde im Jahr 1997 von der Universität Tübingen zusammengestellt und anschließend an 11 Orten, darunter in Würzburg, Karlsruhe, Freiburg, Augsburg, Künzing, Kelheim und Uelzen, gezeigt. In Güglingen wird sie nun nach längerer Pause ein letztes Mal zu sehen sein. Für die Präsentation im Römermuseum wurde die Ausstellung nochmals gründlich überarbeitet und erweitert.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen nicht nur die Einzelstücke des Schatzes, sondern beispielsweise auch der bedeutende Einfluss des Fundes auf den Arminiusmythos und die Kunst im 19. Jahrhundert.


Die Leihgaben kommen vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen, dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz.


Die Sonderausstellung wird ab dem 17. Mai im Heinz-Rall-Saal im 2. Obergeschoss des Museums gezeigt und ist zu den üblichen Öffnungszeiten zugänglich.