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Erste Sonderausstellung im Römermuseum eröffnet

Erste Sonderausstellung im Römermuseum eröffnet

Ein knappes Jahr nach seiner Eröffnung wartet das Güglinger Römermuseum mit einem neuerlichen Höhepunkt auf: am Sonntag, 17. Mai, wurde die erste Sonderausstellung im „Heinz-Rall-Saal“ eröffnet. 70 Exponate sind als galvanoplastische Nachbildungen bis zum 30. November während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

 

Die Ausstellung nimmt auch Bezug auf das 2000-jährige Jubiläum der Varus-Schlacht, die deutschlandweit gewürdigt wird. Zwar haben neueste wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass der Hildesheimer Silberschatz – 1868 beim Anlegen eines Schießstandes in der Nähe der niedersächsischen Stadt gefunden – nicht dem legendären römischen Feldherrn gehörte, der die Schlacht im Jahr 9 n. Chr. gegen Arminius verloren hat. Die zeitliche Zuordnung dieses kostbaren Ess-, Trink- und Prunkgeschirrs wird aber ins erste Jahrhundert unserer Zeitrechnung datiert. Man kann nachweisen, dass der Schatz sieben Besitzer hatte und dann wohl von römischen Offizieren vergraben worden ist. Bei der Ausstellungseröffnung freute sich Bürgermeister Klaus Dieterich, dass es Museumsleiter Enrico De Gennaro gelungen ist, diesen Silberschatz bei der ersten Sonderausstellung im Römermuseum präsentieren zu können.


Die 70 Exponate werden als galvanoplastische Nachbildungen gezeigt. Sie sind nach den Originalen in den 1920er-Jahren von der Firma WMF rekonstruiert worden und zeigen den größten römischen Silberfund, der im freien Germanien gemacht wurde. Die Ausstellung wurde von Enrico De Gennaro neu zusammengestellt und mit Leihgaben vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, dem Landesmuseum Württemberg (Stuttgart) und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (Mainz) ergänzt.


Die Originale befinden sich zum überwiegenden Teil im Pergamon-Museum in Berlin – der in Güglingen ausgestellte materielle Wert der Nachbildungen erreicht einen sechsstelligen Betrag und ist mit der Alarmanlage und abschließbaren Vitrinen so gesichert, dass Einbrechen keinen Erfolg verspricht. Das ausgestellte Ess- und Trinkgeschirr reicht von Warmhalteplatten, Tabletts, Kasserollen, einfachen Bechern bis hin zu reich verzierten Weinmischgefäßen mit einem Fassungsvermögen von 40 Litern.


Besondere Fundstücke sind mit Prunkschalen ausgestellt, die Abbildungen von Athena, Herkules, Attis und Kybele zeigen. „Gerade die Herkules-Schale stellt eine ideale Verbindung zu unserem Museums-Maskottchen her“, freute sich Enrico De Gennaro bei seiner Einführungsrede in Anspielung auf den einzigartigen Herkules-Fund auf Güglinger Boden.


Zehn Ausstellungstafeln geben im Heinz-Rall-Saal die notwendigen Informationen zu den 70 Exponaten und informieren auch darüber, wie der „Hildesheimer Silberschatz“ das künstlerische Schaffen im 19. Jahrhundert nachhaltig beeinflusst hat.

 

In den nächsten Tagen wird noch eine 80-seitige Broschüre zur Sonderausstellung herausgegeben.

 

Text: Roland Baumann