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Archäologische Freilichtanlage offiziell eingeweiht

Archäologische Freilichtanlage offiziell eingeweiht

„Vollauf zufrieden“ sind Bürgermeister Klaus Dieterich und der Leiter des Römermuseums, Enrico De Gennaro, mit dem Tag des Offenen Denkmals in Güglingen. Der bundesweit inszenierte „Erinnerungstag“ wurde dazu genutzt, die archäologische Freilicht-Anlage im Gebiet
„Ochsenwiesen/Steinäcker“ offiziell ihrer Bestimmung zu übergeben. Trotz des Überangebotes an Festivitäten jeglicher Art konnten rund 400 Besucher auf der Anlage im Gelände-Dreieck zwischen Ochsenwiesenstraße und Emil-Weber-Straße gezählt werden.

 

Zur Einweihung waren rund 100 Gäste gekommen. Sie erfuhren von Bürgermeister Klaus Dieterich, dass man auf geschichtsträchtigem Boden zu einem wichtigen Ereignis eingeladen habe. „Tausende
Besucher haben zusammen mit der Fachwelt bestätigt, dass wir seit April 2008 ein tolles Römermuseum haben“. Jetzt würde die Fundlandschaft im Gebiet „Ochsenwiesen-Steinäcker“ als zweites Standbein zum Museum ihrer Bestimmung übergeben.


Große Anstrengungen seien unternommen worden, um die römische Besiedlung von Güglingen an den Original-Fundstellen in den Blickpunkt zu rücken. Dieterich dankte Museumsleiter Enrico De Gennaro für seine Ideen, die von den Handwerkern in die Tat umgesetzt worden sind. „Wir danken auch Dr. Elisabeth Schömer aus Brackenheim und Dr. Dietrich Wintterlin für großzügige Unterstützung bei der Gestaltung der archäologischen Freilichtanlage“ strich das Stadtoberhaupt heraus und überreichte Dr. Wintterlin die Nachbildung eines römischen Öl-Lämpchens. Dr. Schömer war am Einweihungstag verhindert - sie wird aber das gleiche Geschenk überreicht bekommen.

 

„Wir sind noch nicht ganz fertig“, schloss der Bürgermeister seine Begrüßungsrede ab. Im Gemeinderat müsse noch die endgültige Entscheidung getroffen werden, in welcher Form die graue Betonmauer des städtischen Bauhofes an der Westseite der Freilichtanlage gestaltet werden kann. Nicht zuletzt hänge dies von den Kosten für diese Gestaltungsmaßnahme ab.

 

Enrico De Gennaro gab anschließend eine kurze Einführung in die neu gestaltete Anlage. Die Beschilderung des neuen Stadt-Leitsystems weise den Weg von der Stadtmitte bis zur Emil-Weber-Straße. Danach könne man an sieben Informationstafeln vieles über den Mithras-Kult und seine Weihegrade erfahren, ehe man an die Rekonstruktion dieses Heiligtums und einen Brunnen gelange, der im Siedlungsgebiet gefunden worden ist. Dazu hat man frühere Straßenführungen samt Fragmenten der Streifenhaus-Bebauung rekonstruiert. Schautafeln bekunden, was die Fachleute aus der Zeit des 2. und 3. Jahrhunderts gefunden und dokumentiert haben.

 

Rund 4,5 Hektar Fläche sind archäologisch untersucht. Man geht aber davon aus, dass der römische Siedlungskern in Güglingen etwa 10 Hektar groß gewesen ist. So wird vermutet, dass sich dieser Vicus auch südlich der Ochsenwiesenstraße im Bereich des landwirtschaftlichen Anwesens Lindenhof fortsetzt. „Das Kapitel ist sicher noch nicht abgeschlossen. Eventuell dürfen wir noch weitere Überraschungen erleben“, gibt sich der Museumsleiter zuversichtlich. Letztlich hofft der Museumsleiter darauf, dass einer seiner Vorschläge dazu beitragen kann, die graue Betonwand des Bauhof-Gebäudes mit einer Fotomontage so zu gestalten, dass eine perfekte Abrundung der archäologischen Freilicht-Anlage verwirklicht werden kann.

 

Text: Roland Baumann