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Althistoriker der Universität Stuttgart besuchten Güglingen

Althistoriker der Universität Stuttgart besuchten Güglingen

Vergangenen Samstag war eine Delegation der Universität Stuttgart zu Gast in Güglingen. An der Abteilung für Alte Geschichte wird derzeit unter Leitung von Prof. Dr. Eckart Olshausen, Christian Winkle und Enrico De Gennaro eine Lehrveranstaltung mit praktischer Übung durchgeführt, die sich der Bearbeitung der römischen Reliefs von Güglingen-Frauenzimmern widmet. In den Jahren 1991 und 1992 ausgegraben, zeigen die Reliefs Szenen aus dem Sagenkreis der Werke „Odyssee“ und „Ilias“ aus der Feder Homers, des noch heute bedeutendsten Übervaters antiker Schriftstellerkunst. Ziel dieser Veranstaltung ist es, die zahlreichen Reliefbruchstücke einer museumstauglichen Präsentation zuzuführen, die im Laufe des nächsten Jahres in der Dauerausstellung des künftigen Römermuseums in Güglingen ihren festen Platz finden wird.

 

Die Gruppe der Dozenten und Studenten wurde von Hauptamtsleiterin Doris Schuh in Stellvertretung für Bürgermeister Dieterich begrüßt und mit einem Empfang durch die Stadt geehrt. Frau Schuh erläuterte den aufmerksamen Gästen aus Stuttgart Wissenswertes zur Geschichte und dem Profil der Stadt. Sie schätze sich glücklich, daß es Herrn De Gennaro mit diesem Projekt gelungen ist, die Kooperation mit der Universität Stuttgart zu begründen und auf diesem Weg die Jung-Wissenschaftler in und für Güglingen tätig würden.

 

Im Anschluss führte Enrico De Gennaro, als Archäologe für den Aufbau des Museums in Diensten der Stadtverwaltung, eingehend in inhaltliche Grundzüge und umsetzerische Details seiner Museumsplanung ein. Die begeisterten Rückmeldungen zeugten von dem großen Interesse, ein solches Projekt einmal „hautnah“ miterleben zu können. Besonders hervorgehoben wurde in der Fragerunde die Leistung, innerhalb eines vergleichsweise sehr kurzen Vorlaufes das Museumsprojekt zur vollständigen Reife bringen zu können.     

 

In seiner anschließenden Rede lobte Prof. Dr. Olshausen das beeindruckende und außergewöhnliche kulturelle Engagement der Stadt Güglingen ausführlich. Das Römermuseum werde seiner Ansicht nach mit der Verwirklichung dieser Planung in weitem Umkreis einen herausragenden Stellenwert in der Museumslandschaft besitzen. Besonders begrüßte er die Entscheidung der Planer, einen großzügigen Bereich für wechselnde Sonderausstellungen vorzuhalten, durch dessen Nutzung das Museum jährlich aufs Neue Anziehungspunkt für Besucher werden kann - für Prof. Olshausen ein andernorts oftmals vernachlässigter Aspekt, der dazu führe, daß sich diese Einrichtungen erschreckend schnell totliefen. Er sprach daher die Hoffnung aus, daß es der Stadt gelingen möge, die Qualität dieser Institution auch nach seiner Eröffnung durch eine entsprechende fachliche Begleitung fortzuführen und das Museum durch ein reges Programm mit Begleitveranstaltungen, kompetenten Führungen für Besuchergruppen und spannenden Sonderausstellungen für die Öffentlichkeit anspruchsvoll, lebendig und dauerhaft attraktiv zu gestalten.     

 

Nachfolgend besichtigte die Exkursionsgruppe neben dem Alten Rathaus als künftigem „Musen-Tempel“ auch die zahlreichen Werke der Kunst im Stadtraum, die große Anerkennung erfuhr, bevor zu guter Letzt die römischen Relieffragmente aus Frauenzimmern eingehend besprochen wurden. Ab Januar wird die derzeit noch in Stuttgart stattfindende Lehrveranstaltung mit einem praktischen Teil vor Ort in Güglingen durch die Studenten fortgesetzt.